Das Klima wartet nicht auf die Politik
Das Klima duldet keine faulen Kompromisse
Der trockene November ist rekordverdächtig, denn seit dem 19. Oktober hat es nicht mehr geregnet! Die Flüsse haben Wassermangel, in den Skigebieten sind die Pisten aper und Wanderschuhe angesagt, und sogar die Stromproduzenten müssen einen Produktionsrückgang von rund 20 Prozent gegenüber dem Schnitt der letzten zehn Jahre hinnehmen. Der Sommer 2011 war zudem erneut überdurchschnittlich heiss, und global haben die Treibhausgase dieses Jahr einen neuen Höchststand erreicht.
Diese Wetterextreme geben zu denken, zumal über den Klimawandel kaum mehr berichtet wird. Für die Grünen hat der Klimaschutz hingegen nach wie vor höchste Priorität. In der Wintersession beschliesst das Parlament voraussichtlich das Klimagesetz. Doch bereits vor Ablauf der Beratung will Bundesrätin Doris Leuthard das Gesetz bereits wieder verwässern – wohl auf Druck des Wirtschaftsverbandes economiesuisse, der mit dem Referendum droht. Laut Leuthard soll neuerdings als CO2-Reduktion im Inland auch gelten, was innerhalb der EU gehandelt wird. Das ist nicht nur von der Logik her schwer nachzuvollziehen, sondern auch wirtschaftlich nicht gescheit. Denn von Klimamassnahmen im Inland profitiert das lokale Gewerbe. Jeder in Europa investierte Franken fliesst hingegen ins benachbarte Ausland.
Während die Politik um Lösungen ringt, geht der Klimawandel weiter, denn das Klima wartet nicht auf politische Lösungen. Hoffentlich ist dies auch den Teilnehmenden an der internationalen Klimakonferenz, die am Montag in Durban beginnt, bewusst.
