Wir haben nur eine Erde

24.01.2011 - Miriam Behrens

Mit der Erde arbeiten anstatt gegen sie

Die Preise für seltene Erden steigen. Heute werden diese Seltenerdmetalle, wie sie auch genannt werden, für viele Gegenstände unseres täglichen Gebrauchs benötigt: Computer und DVD-Geräte, ebenso wie Windturbinen und Elektromotoren.


Die Nachfrage nach diesen Metallen steigt also, während das Angebot sich verknappt, auch weil China seine Exporte drosselt. Diese Preissteigerung ist schlecht für die Wirtschaft und wird letztendlich an die Konsumentinnen und Konsumenten weitergegeben. Doch anstatt jetzt nach Bohrungen in Grönland zu rufen, wo es dem Vernehmen nach auch Vorkommen von seltenen Erden gibt, haben die Grünen eine bessere Lösung: Ihre Initiative für eine nachhaltige und ressourceneffiziente Wirtschaft, welche sie am vergangenen Samstag an ihrer Delegiertenversammlung in Winterthur lanciert haben. Ihr Ziel ist ein radikaler Wandel, weg von der Wegwerfwirtschaft, wie wir sie heute haben, hin zu einer Kreislaufwirtschaft.


Heute kaufen wir ein Handy, verwenden es vielleicht für ein Jahr und werfen es dann weg. Damit tragen wir alle einen enormen Berg von Elektroschrott zusammen, global gesehen geschätzte 40 Millionen Tonnen pro Jahr. Die Kreislaufwirtschaft hingegen will, dass kein Schrott mehr entsteht: In dieser zukunftsfähigen Wirtschaftsform sollen alle Teile des Handys entweder natürlich abbaubar sein oder aber von der Wirtschaft wiederverwendet werden. Dies führt dazu, dass das Seltenerdmetall Indium, welches heute für praktisch jedes Handy verwendet wird, nicht im Schrott landet, sondern rezykliert und in neuen Produkten wiederverwendet wird. Damit schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe. Zunächst verhindern wir nämlich, dass der Preis des Seltenerdmetalls Indium immer weiter steigt, weil die Vorräte (ver-)schwinden. Gleichzeitig produzieren wir keinen zusätzlichen Elektroschrott, der eine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellt.


Die Kreislaufwirtschaft macht also nicht nur Sinn, wenn wir die Umwelt schützen wollen, sondern auch, wenn wir eine zukunftsfähige Wirtschaft aufbauen wollen. Der Grundgedanke dabei ist, dass letztendlich gewinnt, wer mit der Erde zusammenarbeitet anstatt sie aus- oder überzunutzen. Denn wir haben nur diese eine Erde, und dieser Tatsache, die noch wenige wahrhaben wollen, tragen die Grünen mit ihrer Initiative für eine nachhaltige und ressourceneffiziente Wirtschaft Rechnung.

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