Lohnschere öffnet sich
Löhne müssen angepasst werden
Am 8. März, dem internationalen Frauentag, ziehen wir Frauen jeweils auch Bilanz über den Stand der Gleichstellung. Und dieses Jahr müssen wir Alarm schlagen: Die Lohnschere hat sich im letzten Jahr – erstmals seit 1996 - wieder geöffnet. Wenn Frauen und Männer je fünf Tage die Woche arbeiten, werden Frauen von ihren Arbeitgebenden im Durchschnitt nur für vier Tage bezahlt. Dieser Missstand geht weiter, obwohl es in der Schweiz seit fast 30 Jahren einen Verfassungsartikel gibt, der gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit zusichert. Und obwohl es seit 1996 ein Gleichstellungsgesetz gibt, dass jegliche Art von Diskriminierung verbietet.
Die Lohnungleichheit ist einer der grössten Ungerechtigkeiten in der Arbeitswelt. Verschärft wird die ungleiche Verteilung der Löhne durch Sonderzahlungen wie Boni, also flexible Lohnbestandteile.
Am 8. März rufen wir darum die Arbeitgebenden auf, die Löhne in ihren Betrieben zu überprüfen, anzupassen und transparent zu machen. Das ist weder eine Hexerei noch eine zeitraubende Schikane, sondern schlicht die Respektierung der Verfassung und des Gleichstellungsgesetzes. Die Arbeitgebenden sollen sich zudem dem Lohngleichheitsdialog zwischen Bund, Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden anschliessen.
Es zeigt sich einmal mehr, dass wir Frauen immer noch die Stimme erheben müssen, um Missstände anzuprangern und deren Beseitigung zu fordern. Die nächste Gelegenheit bietet sich am kommenden Samstag, 13. März, in Bern. Dann findet die grosse Frauendemo der Marche Mondiale des Femmes statt.

