Öl-Gier ist unersättlich
Wer stoppt BP?
Jetzt steht es fest: Bei der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko handelt es sich um die grösste Ölpest aller Zeiten. Aus dem defekten Bohrloch sind seit Beginn der Ölpest am 20. April rund 780 Millionen Liter Rohöl geströmt. Bei der berühmten Ölkatastrophe vor Alaska nach dem Untergang des Tankers Exxon Valdez 1989 waren es "nur" 41 Millionen Liter Rohöl gewesen, also ein Bruchteil der jetzt ausgeströmten Menge. Gleichzeitig gehen schockierende Bilder von in einem Ölteppich in der Bucht von Dalian im Gelben Meer um die Welt, in dem Feuerwehrmänner ertrinken.
Am 5. Mai habe ich in einem Blog-Eintrag gefragt: "Ist das Alarmzeichen gross genug, um uns zum Umdenken zu bewegen?" Doch während uns immer neue schreckliche Bilder und News der aktuellen Ölkatastrophen erreichen, gibt BP neue Projekte bekannt. In wenigen Wochen will der britische Konzern im Mittelmeer vor der Küste Libyens neue Bohrungen starten. Dafür war er sich offenbar nicht einmal zu schade, die vorzeitige Entlassung eines Lockerbie-Attentäters aus dem Gefängnis voranzutreiben.
Viel schockierender ist aber, dass es BP offensichtlich egal ist, welchen Schaden der Konzern der Umwelt anrichtet. Sonst würde er doch jetzt eine Pause einlegen und nicht neue Bohrungen starten. Der Schock über das Desaster in Mexiko sitzt aber anscheinend zu wenig tief. Der Rückzug von BP-Konzernchef Tony Hayward per 1. Oktober wird keine Auswirkungen auf die Strategie BPs haben, sich immer neue Ölquellen zu erschliessen.
Ich kann nur immer wieder den Kopf schütteln. Als Grüne können wir aber immerhin weiter dafür kämpfen, dass sich die Schweiz aus ihrer Erdölabhängigkeit befreit und dagegen auf erneuerbare Energien setzt. Die nächste Gelegenheit, über dieses Grüne Anliegen abzustimmen, haben die Stimmberechtigten aus dem Kanton Baselland: Sie können am 26. September Ja sagen zur Grünen Intiative "Weg vom Öl". Dem Golf von Mexiko wird das leider nicht viel helfen.
