Die Frauen und das Glück
Glücklich macht eine faire Aufteilung
Jetzt haben wir es schwarz auf weiss: Die Frauen sind heutzutage unglücklicher als in den 70er Jahren. Das zeigt die Studie der US-Ökonomen Betsey Stevenson und Justin Wolfers mit dem schönen Titel „The Paradox of Declining Female Happiness“. Die SonntagsZeitung findet das Ganze unglaublich spannend, fügt der Studie die Befragungsergebnisse des Schweizer Haushalts-Panels hinzu, geht gleichzeitig glückliche Frauen im Kanton Uri suchen, mixt das Ganze zusammen und folgert daraus: Die glücklichsten Frauen der Schweiz leben im urnerischen Schattdorf. Denn dort sind die Frauen bescheidener, brauchen keine tollen Berufe, engagieren sich ehrenamtlich und sind gut aufgehoben im sozialen Netz. Was folgern wir daraus? Frauen zurück an den Herd?
Natürlich nicht! Denn: Im Gegensatz zur SonntagsZeitung und den von ihr konsultierten männlichen Ökonomen haben sich die US-Ökonomen davor gehütet, aus ihrer Studie vorschnelle Schlüsse zu ziehen. Weil: Die relative Abnahme des Wohlbefindens der Frauen gelte sowohl für arbeitende als auch zu Hause bleibende Mütter (!), für Verheiratete und Geschiedene, für Alte und Junge und quer durch die Ausbildungsniveaus. Die Rückkehr an den Herd allein macht also auch nicht glücklich.
Die US-Forscher deuten zudem an, dass die Frauenbewegung Erwartungen bei den Frauen geweckt hat, welche die Gesellschaft (noch) nicht befriedigen kann. So haben Frauen heute zwar mehr Chancen im Beruf, müssen aber gleichzeitig feststellen, dass sich die Rahmenbedingungen, um alles unter einen Hut zu bringen, noch zu wenig verbessert haben.
Darum: Lasst uns weiterkämpfen, für eine tatsächliche Gleichstellung von Mann und Frau, damit es beiden möglich ist, ein Gleichgewicht zu finden zwischen Beruf und Familie. Dafür braucht es Job-Sharing, Top-Sharing, Teilzeitstellen auf allen Etagen, Lohngleichheit sowie faire Löhne für alle, auch für diejenigen Frauen, die erwerbstätig sein und zum Familieneinkommen beitragen müssen! Nur wenn die Belastungen im Job, in der Familie und im Haushalt so auf beide Geschlechter verteilt werden können, dass niemand unter der Last von Pflichten, Ansprüchen und Aufgaben erdrückt wird, können alle wieder glücklich werden, nicht nur die Frauen, sondern auch die Männer und die Kinder.
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Wie schnurren wir Interresse von Konservativen?
Janine Roberts.
Ein Gespräch über das Wetter ...
@Reinhardt Frosch
Ein Werbekommentar für das Buch hätte ausserdem genügt. In diesen Thread passt er nun wahrlich nicht rein.
