Kopenhagen ist gescheitert
Gipfel der Klima-Ungerechtigkeit
Der Klimagipfel ist gescheitert, in den wichtigsten Punkten wurde keine Einigung erzielt. Schuld daran sind die Industrieländer, allen voran die USA. Anstatt Klimaschutz zu betreiben, verteidigen sie weiterhin ihre wirtschaftliche Vormachtstellung. Sie sind daher weder bereit, ihre Konsummuster zu ändern, noch wollen sie die Folgekosten des Klimawandels vollumfänglich bezahlen.
Der reiche Norden anerkennt seine Hauptverantwortung für die Klimakatastrophe somit nicht. Stattdessen schieben sie den schwarzen Peter den Schwellenländern zu. Denn hier wird der grösste wirtschaftspolitische Konkurrent geortet. Zuerst müsse China handeln, lautet daher der brüderliche Konsens des entwickelten Westens. Das ist ein Affront. Denn trotz massiver Investitionen in Kohlekraftwerke bleibt der pro-Kopf CO2-Ausstoss der Chinesen und Chinesinnen weit hinter demjenigen der Industrieländer zurück.
Die wirtschaftlichen Ungleichheiten zwischen den reichen Industrieländern und den Ländern des Südens verhindern so einen wirksamen Klimaschutz. Zuerst muss der reiche Norden die wirtschaftlichen Disparitäten anerkennen und den Ländern des Südens das Recht auf eine eigenständige Entwicklung zugestehen. Erst dann sind diese Länder mitverantwortlich für die negativen Folgen unseres Wirtschaftssystems. Eine internationale Klimapolitik wird erst dann möglich, wenn alle Länder auch die gleichen Entwicklungschancen haben.
