Geschichte der Grünen in der Schweiz

Chronik

  • Dezember 1971: In Neuenburg wird zur Verhinderung eines Autobahnprojektes die erste regionale grüne Partei der Schweiz gegründet.
  • Mai 1972: Die Neuenburger Grünen gewinnen bei den Wahlen in das Gemeindeparlament von Neuenburg acht Sitze. Erstmals nehmen Schweizer Grüne Einsitz in einem Parlament.
  • November 1977: Jean-Claude Rochat wird in den Conseil municipal von Lausanne gewählt. Es ist der erste grüne Sitz in einer Gemeinderegierung.
  • Oktober 1979: Mit Daniel Brélaz wird der erste Grüne in den Nationalrat gewählt. Er ist auch weltweit der erste Grüne in einem nationalen Parlament.
  • 28. Mai 1983: Verschiedene grüne Gruppierungen aus der ganzen Schweiz schliessen sich in Freiburg zur Föderation der Grünen Parteien der Schweiz zusammen.
  • Juni 1983: Die links-alternativen Grünen gründen in Bern die Grüne Alternative Schweiz.
  • Oktober 1983: Die Grünen erzielen bei den Nationalratswahlen vier Sitze, einen weniger als für die Bildung einer Fraktion notwendig wäre.
  • April 1986: Mit der Wahl von Leni Robert und Benjamin Hofstetter in den Regierungsrat des Kantons Bern sind die Grünen erstmals in einer kantonalen Regierung vertreten.
  • Oktober 1987: Die Grünen steigern in den Nationalratswahlen ihren Sitzanteil auf 11 Sitze und werden damit fünftgrösste Partei und grösste Nichtregierungspartei. Sie bilden erstmals eine Grüne Fraktion im Nationalrat.
  • 25. Oktober 1987: Die Grüne Partei der Schweiz wird Mitglied der Europäischen Grünen.
  • Juni 1989: Werner Schaffitz wird in Rickenbach ZH als erster grüner Gemeindepräsident der Schweiz gewählt.
  • Mai 1990: Die Fusionsgespräche zwischen den beiden nationalen grünen Organisationen scheitern. Die Grüne Partei der Schweiz bleibt nach den Beitritten von Sektionen der alternativen Grünen faktisch die einzige nationale grüne Partei in der Schweiz.
  • September 1991: Die Grünen ergreifen erstmals ein Referendum. Die Neuen Eisenbahn-Alpentransversalen (NEAT) werden bekämpft, weil die Umlagerung auf die Schiene nicht garantiert wird, die Finanzierung nicht gesichert ist und das Projekt überdimensioniert ist.
  • Oktober 1991: Die Grünen ziehen neu mit 14 Vertreterinnen und Vertretern in den Nationalrat ein.
  • November 1994: Die Grünen lancieren erstmals eidgenössische Volksinitiativen. Mit der Initiative "Für eine gesicherte AHV — Energie statt Arbeit besteuern"soll eine ökologische Steuerreform durchgeführt werden. Die Initiative "Für ein flexibles Rentenalter ab 62 für Frau und Mann" wird auf die Erhöhung des Frauenrentenalters im Rahmen der 10. AHV-Revision reagiert.
  • Oktober 1995: In den Nationalratswahlen verlieren die Grünen 5 ihrer bisher 14 Sitze. Durch den Eintritt weiterer Ratsmitglieder erhöht sich die Grösse der Fraktion auf 10, später auf 11 Mitglieder.
  • Mai 1996: Die Initiativen "Für eine gesicherte AHV — Energie statt Arbeit besteuern"sowie "Für ein flexibles Rentenalter ab 62 für Frau und Mann" werden mit je rund 120‘000 Unterschriften eingereicht.
  • Januar 1997: Philippe Biéler, Regierungsrat in Kanton Waadt, übernimmt als erster Grüner das Präsidium einer Kantonsregierung.
  • Juni 1997: Der Grüne Thomas Merkli wird in einer Kampfwahl als Ersatzrichter ans Bundesgericht gewählt. Die Grünen halten damit erstmals Einsitz im Bundesgericht.
  • März 1998: In Illnau-Effretikon (ZH) wird mit Martin Graf der erste grüne Stadtpräsident der Deutschschweiz gewählt.
  • Dezember 1998: Thomas Merkli wird als erster Grüner zum hauptamtlichen Bundesrichter ernannt.
  • Mai 1999: Verena Diener ist die erste grüne Frau, die zur Regierungspräsidentin eines Kantons gewählt wird.
  • Oktober 1999: Die Grünen halten ihre neun Sitze. Wiederum schliesst sich der CSP-Nationalrat Hugo Fasel der Fraktion an, die somit 10 Mitglieder umfasst.
  • November 2000: Die erste Grüne Initiative "Für ein flexibles Rentenalter ab 62 für Frauen und Männer"gelangt zur Abstimmung. 46% der Stimmenden unterstützen die Initiative, in den lateinischen Kantonen wird die Initiative sogar angenommen!
  • Dezember 2000: Cécile Bühlmann kandidiert für den Bundesrat und macht im ersten Wahlgang das zweitbeste Resultat.
  • Dezember 2001: Die zweite Grüne Initiative "Für eine gesicherte AHV - Energie statt Arbeit besteuern" gelangt zur Abstimmung. Leider unterstützen nur 23% der Stimmenden die Initiative. Die Grünen sind nach wie vor der Überzeugung, dass eine nachhaltige Energiepolitik ohne eine Umkehr in der Energiepolitik nicht realisierbar ist, eine ökologische Steuerreform ist und und bleibt eine Perspektive für die Zukunft.
  • Februar 2003: Die Grünen lancieren zusammen mit anderen Organisationen die Volksinitiative «Für Lebensmittel aus gentechnikfreier Landwirtschaft». 
  • 24. Mai 2003: Mit einem Fest im Hotel Theater National in Bern feiern zahlreiche Grüne gemeinsam das 20-jährige Jubiläum der Grünen Partei der Schweiz. 
  • Sommer 2003: Im Vorfeld der Nationalratswahlen formieren sich in verschiedenen Kantonen junge Grüne, die sich im September 2003 auch national vernetzen. 
  • September 2003: Die Initiative «Für Lebensmittel aus gentechnikfreier Landwirtschaft» wird mit über 100‘000 Unterschriften eingereicht. 
  • Oktober 2003: Die Grünen sind massgeblich beteiligt am Zustandekommen des Referendums gegen das Steuerpaket. Das neue Steuergesetz sieht Begünstigungen für reiche Familien sowie HausbesitzerInnen vor. In Anbetracht der finanziellen Lage des Bundes, ist es für die Grünen unverständlich, dass Steuergeschenke an Reiche verteilt werden
  • Oktober 2003: Bei den nationalen Wahlen gewinnen die Grünen 4 Sitze dazu. Neben den 13 grünen Mitgliedern bilden Hugo Fasel von der Christlich-Sozialen Partei und Josef Lang, Mitglied der Sozialistisch-Grünen Alternative die 15-köpfige Fraktion.
  • Am 20. März 2004 findet die erste Mitgliederversammlung der Jungen Grünen Schweiz mit 70 TeilnehmerInnen aus allen vier Sprachregionen statt. (Alle Informationen zu den Jungen Grünen Schweiz unter www.jungegruene.ch).
  • 16. Mai 2004: Die Steuerpaketvorlage wird vom Stimmvolk mit 65,9% abgelehnt. Auch ein Erfolg für die Grünen, die massgeblich zum Zustandekommen des Referendums beigetragen haben.
  • August 2004: Die Fraktion sistiert die Mitgliedschaft des grünen Nationalrats Martin Bäumle, der mit der Zürcher Gesundheitsdirektorin Verena Diener in Abspaltung zur Zürcher Kantonalpartei eine eigene Partei mit dem Namen Grün-Liberale Zürich gründet.
  • 9. Dezember 2004: Die Initiative „für eine soziale Einheitskrankenkasse„ wird mit 113'000 gültigen Unterschriften eingereicht. Die Grünen hatten die Initiative mitlanciert.
  • 27. November 2005: Die Gentechfrei-Initiative, die die Grünen mitlanciert haben, wird mit 55,7% angenommen! Das ist ein grossartiger Erfolg und ein unmissverständliches Ja der Schweizer Bevölkerung zu einer gentechfreien Landwirtschaft mindestens für die nächsten fünf Jahre, während der das Moratorium wirkt.
  • Dezember 2005: Das neue Ausländergesetz und das revidierte Asylgesetz werden vom Parlament verabschiedet. Die Grünen haben sich immer gegen die beiden diskriminierenden und unmenschlichen Gesetze ausgesprochen und übernehmen im 2XNein-Komitee, das das Referendum gegen das Ausländergesetz lanciert und auch das Asylgesetz bekämpft, eine führende Rolle.
  • 6. April 2006: Die beiden Referenden sind zu Stande gekommen! Die Grünen Schweiz, gemeinsam mit vielen weiteren Organisationen, deponieren über 85'000 Unterschriften gegen das Ausländergesetz und über 120'000 Unterschriften gegen das Asylgesetz. Die beiden Referenden kommen am 24. September 2006 zur Abstimmung.
  • Sommer 2006: Ende Juni hat ein breites Bündnis, dem auch die Grünen angehören, die Initiative für ein Verbot von Kriegsmaterial-Exporten lanciert. "Wir Grüne lehnen den Export von Kriegsmaterial ab, weil wir grundsätzlich gegen das Geschäft mit Krieg und letztlich mit Zerstörung und Tod sind", begründete unsere Präsidentin, Ruth Genner, das Engagement der Grünen.
  • Oktober 2006: Die Grünen unterstützen das Referendum gegen die 5. IV-Revision. Wir sind nicht bereit, eine Revision anzunehmen, die den Druck und das Misstrauen gegenüber Menschen mit einer Behinderung erhöht.
  • Oktober 2006: In Genf findet der 2. Kongress der Europäischen Grünen Partei statt, an dem über 30 grüne Parteien aus ganz Europa das Dokument „Visionen für ein grünes Europa“ diskutieren und verabschieden.
  • 27. Februar 2007: Die Jungen Grünen lancieren die Stopp-Offroader Initiative für eine menschenfreundliche und nachhaltige Mobilität.
  • Mai 2007: Mangels politischen Willens des Gesetzgebers, effiziente Massnahmen gegen die Klimaerwärmung zu ergreifen, lancieren die Grünen mit anderen Organisationen die Klimainitiative, die eine 30% Reduktion der CO2-Emmissionen bis
    2020 verlangt.
  • Juni 2007: In den Kantonen Schwyz und Graubünden werden Grüne Parteien gegründet.
  • Juli 2007: Teilnahme an der Ausarbeitung und Lancierung der Landschaftsinitiative „Raum für Mensch und Natur“.
  • 3. September 2007: Die Grünen unterstützen die Initiative „Für den Schutz vor Waffengewalt“.
  • 21. September 2007: Die Initiative für ein Verbot von Kriegsmaterial-Exporten wird bei der Bundeskanzlei mit 109'530 Unterschriften eingereicht.
  • Oktober 2007: Grosser Sitzgewinn der Grünen bei den nationalen Parlamentswahlen. 9.6% der Stimmen, 20 Sitze im Nationalrat (+7) sowie zwei erste
    Sitze im Ständerat.
  • Anfang November 2007: Innert nur 5 Monaten kommt die Klimainitiative mit mehr als 120'000 Unterschriften zustande.
  • 1. Dezember 2007: An der Delegiertenversammlung in Binningen BL beschliessen die Delegierten, dass die Grünen von nun an den grundsätzlichen Anspruch auf einen Bundesratssitz stellen. Die DV nominiert Ständerat Luc Recordon als  Gegenkandidaten zu Christoph Blocher.
  • 12. Dezember 2007: Die Gegenkandidatur der Grünen führt dazu, dass die andern Parteien gegen Christoph Blocher mobil machen. Die Grünen ziehen am Wahltag ihren Kandidaten zugunsten von Eveline Widmer-Schlumpf zurück. Christoph Blocher
    wird abgewählt, Widmer-Schlumpf als neue Bundesrätin gewählt.
  • 19. Februar 2008: Die Klimainitiative wird bei der Bundeskanzlei eingereicht und gibt dem Schweizer Stimmvolk die Möglichkeit selber über die nationale
    Klimapolitik zu bestimmen.
  • 26. April 2008: Nach sechs Jahren tritt Ruth Genner als Parteipräsidentin zurück. Als Nachfolger werden an der DV in Yverdon Ueli Leuenberger zum neuen Präsidenten, Franziska Teuscher und Aline Trede als Vizepräsidentinnen gewählt.
  • 23. August 2008: Die Grünen Schweiz feiern in Biel ihr 25jähriges Jubiläum.
  • 25. Oktober 2008: Die Grünen lancieren an einer Sonder-DV in Baden die Anti-Atom-Kampagne um neue Atomkraftwerke zu verhindern.
  • 30. November 2008: In Aargau wird Susanne Hochuli in den Regierungsrat gewählt. Damit sind die Grünen (Zug incl.) in 8 Kantonen mit 10 Personen (2 Frauen, 8 Männer) in der Kantonsregierung.
  • 5. Dezember 2008: In Obwalden werden die Grünen Obwalden gegründet, die sich Ende 2009 jedoch wieder auflösen.
  • 20. März 2009: Zusammen mit dem VCS und andern Organisationen lancieren die Grünen die Initiative „für den öffentlichen Verkehr“.
  • 30. April 2009: Therese Frösch tritt als Fraktionschefin nach fast vierjähriger Amtszeit zurück. Nachfolgerin wird Maya Graf BL.